
Die Kosten für die Hauptuntersuchung (HU) und Abgasuntersuchung (AU) steigen 2026. Für Personenkraftwagen bis 3,5 Tonnen liegen die Gebühren bundesweit zwischen 143 und 169,90 Euro, wobei das Bundesland und die Wahl der Prüforganisation über den konkreten Preis entscheiden. Zum 1. Januar 2026 haben Organisationen wie TÜV Nord und TÜV Süd ihre Entgelte um fünf bis zehn Prozent angehoben.
Keine zentrale Stelle wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) legt die Preise fest. Jede anerkannte Überwachungsorganisation (PÜG) bestimmt ihre Honorare selbst. Das führt zu erheblichen Unterschieden zwischen den Bundesländern – von 160 Euro in Thüringen bis zu 169,90 Euro in Nordrhein-Westfalen.
Wie viel kostet der TÜV 2026?
143–169,90 Euro (HU + AU)
+5–10 % seit 1. Januar 2026
Thüringen (160 Euro)
NRW (bis 169,90 Euro)
- Die Gebühren für die kombinierte Haupt- und Abgasuntersuchung bei Pkw bis 3,5 Tonnen schwanken je nach Anbieter um bis zu 30 Euro.
- Elektrofahrzeuge entlasten die Kasse: Bei ihnen entfällt die Abgasuntersuchung vollständig.
- Die neueste Preisrunde betrifft nicht alle Anbieter gleichermaßen; DEKRA positioniert sich weiterhin preislich unterhalb der TÜV-Verbände.
- Wohnmobile über 7,5 Tonnen zahlen die höchsten Gebühren und müssen jährlich zur Untersuchung.
- Ungebremste Anhänger unter 750 Kilogramm bleiben mit rund 40 Euro am günstigsten.
- Eine Nachprüfung nach Mängelfeststellung kostet zusätzlich 25 bis 35 Euro.
| Fahrzeugtyp | Kosten HU + AU 2026 | Prüfintervall |
|---|---|---|
| PKW bis 3,5 t | 143–169,90 Euro | 2 Jahre (nach ersten 3 Jahren) |
| PKW 3,5–7,5 t | ca. 180 Euro | 24 Monate |
| Motorrad (L3e–L7e) | ca. 85 Euro | 24 Monate |
| Wohnmobil bis 3,5 t | wie PKW | wie PKW |
| Wohnmobil >7,5 t | ca. 200 Euro | 12 Monate |
| Anhänger ungebremst | ca. 40 Euro | – |
| Anhänger gebremst | ca. 60 Euro | – |
| Anhänger bis 12 t | ca. 100 Euro | – |
TÜV-Kosten nach Fahrzeugtyp 2026
Die Höhe der Prüfgebühren richtet sich primär nach dem Fahrzeugtyp und dessen Gewicht. Besonders die Grenze von 3,5 Tonnen zieht eine deutliche Kostenstaffelung nach sich.
Personenkraftwagen bis 3,5 Tonnen
Die Mehrheit der Fahrzeuge fällt in diese Kategorie. Die Gesamtkosten für HU und AU bewegen sich 2026 zwischen 143 und knapp 170 Euro. Wählt der Halter ausschließlich die Hauptuntersuchung ohne Abgastest, reduziert sich der Betrag auf etwa 90 bis 110 Euro. Diese Option wählen jedoch nur Besitzer elektrischer Fahrzeuge sinnvollerweise, da für sie die AU obligatorisch entfällt.
Zweiräder und leichte Fahrzeuge
Motorradfahrer zahlen mit rund 85 Euro deutlich weniger als Autofahrer. Das Intervall bleibt mit 24 Monaten identisch. Auch hier variiert der Preis leicht je nach Prüfstelle und Bundesland.
Wohnmobile und schwere Nutzfahrzeuge
Wohnmobile bis 3,5 Tonnen werden wie gewöhnliche Pkw behandelt. Ab einer zulässigen Gesamtmasse über 7,5 Tonnen ändert sich das Bild drastisch: Die Kosten steigen auf etwa 200 Euro, zudem verkürzt sich das Prüfintervall auf zwölf Monate. Für Transporter zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen liegt der Preis durchschnittlich bei 180 Euro.
Bei rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen entfällt die Abgasuntersuchung komplett. Der Preis reduziert sich damit auf den reinen HU-Anteil von etwa 90 bis 110 Euro. Es empfiehlt sich, explizit nach dem HU-Preis ohne AU zu fragen, um Missverständnisse zu vermeiden.
Welche Prüforganisation ist 2026 am günstigsten?
Der Markt der Überwachungsorganisationen ist heterogen. Neben den bekannten TÜV-Verbänden Nord und Süd treten DEKRA, KÜS, GTÜ sowie Werkstattketten wie ATU als Anbieter auf.
Preisvergleich der Anbieter
DEKRA positioniert sich 2026 mit Preisen zwischen 140 und 160 Euro bundesweit als preiswerte Alternative. Die TÜV-Verbände liegen mit 143 bis 169,90 Euro tendenziell höher. ATU bietet Spannen von 145 bis 170 Euro, punktet aber mit kostenlosen Vorabchecks. KÜS und GTÜ nennen ihre Preise oft erst auf Anfrage, orientieren sich aber am DEKRA-Niveau.
| Organisation | Preisspanne HU+AU | Besonderheit |
|---|---|---|
| DEKRA | 140–160 Euro | Bundesweite Präsenz |
| TÜV Süd | 143–162 Euro | Primär südliche Bundesländer |
| TÜV Nord | 147–162,10 Euro | Norddeutschland, NRW |
| ATU | 145–170 Euro | Kostenloser Vorabcheck |
| TÜV Rheinland | 166,90 Euro | Regionale Standorte |
Wo zahlen Autofahrer 2026 am meisten?
Die regionale Streuung der Preise ist erheblich. Während Thüringen mit 160 Euro für die kombinierte Untersuchung bundesweit den günstigsten Wert aufweist, zahlen Halter in Nordrhein-Westfalen bis zu 169,90 Euro.
| Bundesland | Preis TÜV (Euro) | Motorrad (Euro) |
|---|---|---|
| Thüringen | 160 | 94 |
| Baden-Württemberg | 158–163 | 75,10–91 |
| Bayern | 156–163 | 75,10–91 |
| Berlin | 156–165,90 | 91–94 |
| Sachsen | 163 | k. A. |
| Hessen | 161–167 | 75,20–91 |
| Niedersachsen | 163–167,90 | 94 |
| NRW | 166–169,90 | 99 |
Selbst innerhalb eines Bundeslandes können die Preise je nach konkretem Prüfstellenstandort variieren. Die genannten Werte stellen Richtwerte dar. Vor der Buchung empfiehlt sich eine direkte Anfrage bei der lokalen Stelle, um die exakten Kosten zu ermitteln.
Welche Änderungen bringt das Jahr 2026?
Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt bei den Prüfgebühren und technischen Standards. Zwei wesentliche Entwicklungen betreffen Fahrzeughalter.
Preisanpassungen zum Jahresbeginn
Zum 1. Januar 2026 erhöhten TÜV Nord, TÜV Süd und weitere Anbieter ihre Preise um fünf bis zehn Prozent gegenüber 2025. Die maximale Grenze für Pkw verschob sich von zuvor 163 Euro auf nunmehr 169,90 Euro in manchen Regionen. Diese Anpassungen erfolgten nicht durch gesetzliche Vorgaben, sondern auf Basis unternehmerischer Entscheidungen der Prüforganisationen, wie das WirtschaftsWoche berichtet.
Neue Technische Standards ab November
Ab dem 29. November 2026 tritt die Euro-7-Norm für Neuzulassungen in Kraft. Zudem wird das Next-Generation-eCall-System Pflicht. Der TÜV-Verband weist darauf hin, dass die konkreten Auswirkungen auf die Hauptuntersuchung noch nicht abschließend geklärt sind. Langfristig erwarten Experten jedoch steigende Anforderungen an Messgeräte und Prüfroutinen.
Die sogenannte PÜG-Regelung (Prüfzeitverlängerung wegen Pandemie) endete bereits 2023. Für 2026 sind keine neuen Fristverlängerungen geplant. Fahrzeughalter müssen die regulären Termine wieder strikt einhalten.
Wie entwickelten sich die Preise bis 2026?
-
Ende der PÜG-Verlängerungen. Rückkehr zu regulären Prüfintervallen. Erste regionale Preisanpassungen um zwei bis drei Prozent.
-
Phase relativer Stabilität. Die meisten Anbieter hielten ihre Preise konstant, um Kundenbindung angesichts inflationärer Drucks aufrechtzuerhalten.
-
Erste Ankündigungen bevorstehender Erhöhungen. DEKRA und TÜV-Verbände signalisieren Anpassungsbedarf aufgrund gestiegener Personalkosten.
-
Flächendeckende Umsetzung der neuen Preislisten. Erhöhungen um fünf bis zehn Prozent treten in Kraft. Das Handelsblatt dokumentiert die Spitzenwerte in NRW bei 169,90 Euro.
-
Einführung der Euro-7-Norm für Neuzulassungen. Langfristige Auswirkungen auf HU-Prüfverfahren absehbar, aber noch nicht quantifiziert.
Was ist gesichert und wo herrscht Unklarheit?
Etablierte Fakten
- Die Preise für HU und AU liegen 2026 zwischen 143 und 169,90 Euro.
- Die Gebühren werden durch die PÜG (Prüfgebührenverordnung) gerahmt, aber nicht zentral festgelegt.
- Elektrofahrzeuge sind von der AU befreit.
- Die Prüfintervalle betragen für Pkw neu 36 Monate, danach 24 Monate.
Noch unklar
- Ob und wie die Euro-7-Einführung konkrete neue Prüfpunkte bei der HU ab 2026/2027 hinzufügt.
- Ob weitere organisatorische Preisanpassungen im Laufe des Jahres 2026 erfolgen.
- Ob Inflation und gestiegene Energiekosten zu weiteren außerplanmäßigen Erhöhungen führen.
Welcher rechtliche Rahmen gilt?
Die Hauptuntersuchung basiert auf der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Die Prüfgebührenverordnung (PÜG) gibt organisatorische Rahmenbedingungen vor, überlässt die konkrete Preisgestaltung jedoch den anerkannten Überwachungsorganisationen. Dies erklärt die fehlende bundesweite Einheitlichkeit.
Fahrzeughalter mit Kosten, Erfahrungen und Bewertung verschiedener Werkstätten sollten berücksichtigen, dass Werkstattketten wie ATU zwar oft günstigere Vorabchecks anbieten, die eigentliche HU aber von denselben staatlich anerkannten Prüfern durchgeführt wird, unabhängig vom Ort der Buchung.
Auf welche Quellen stützt sich dieser Überblick?
Die Datengrundlage bilden aktuelle Preislisten der TÜV-Verbände, insbesondere die veröffentlichten Entgeltlisten von TÜV Nord und TÜV Rheinland. Zusätzlich flossen Marktübersichten von AutoScout24 und Wirtschaftsmedien wie Handelsblatt sowie WiWo ein. Der ADAC liefert Vergleichswerte zu Wohnmobilen und schweren Fahrzeugen.
Bei widersprüchlichen Angaben – etwa bei den Preisen für Baden-Württemberg (158 bis 163 Euro) – handelt es sich um unterschiedliche Erhebungszeitpunkte oder lokale Preisgestaltungen einzelner Standorte.
Was sollten Fahrzeughalter jetzt beachten?
Wer 2026 zur Hauptuntersuchung muss, sollte Termine frühzeitig vereinbaren und Preise verschiedener Anbieter vergleichen. Ein kostenloser Vorabcheck bei Werkstattketten kann teure Nachprüfungen vermeiden. Bei E-Autos lohnt sich die explizite Nachfrage nach dem reinen HU-Preis. Für eine optimale Vorbereitung hilft eine Schritt-für-Schritt Anleitung zur Organisation des Werkstattbesuchs und Prüftermins. Wer Mängel vorab selbst behebt, spart nicht nur die 25 bis 35 Euro für die Nachprüfung, sondern vermeidet auch den verwaltungstechnischen Aufwand einer Fristverlängerung.
Häufig gestellte Fragen
Wann genau steigen die TÜV-Preise 2026?
Die Anpassungen wurden bereits zum 1. Januar 2026 umgesetzt. Weitere Erhöhungen im Laufe des Jahres sind nicht ausgeschlossen, aber noch nicht angekündigt.
Kann man die TÜV-Prüfung online buchen?
Ja, alle großen Anbieter wie TÜV Nord, TÜV Süd und DEKRA bieten Online-Buchungen an. Werkstattketten wie ATU ermöglichen zusätzlich die Terminvereinbarung für Vorabchecks.
Was kostet eine Nachprüfung bei Mängeln?
Eine Nachprüfung kostet zwischen 25 und 35 Euro, sofern der Termin innerhalb der Frist zur Beseitigung der Mängel wahrgenommen wird.
Entfällt die AU bei Elektroautos wirklich komplett?
Ja, bei rein batterieelektrisch betriebenen Fahrzeugen entfällt die Abgasuntersuchung. Es wird nur die Hauptuntersuchung durchgeführt.
Warum sind die Preise in NRW höher als in Thüringen?
Die Prüforganisationen legen ihre Preise unabhängig voneinander fest. Regionale Kostenstrukturen für Personal und Standorte führen zu unterschiedlichen Gebühren.
Lohnt sich ein Vorabcheck bei ATU oder ähnlichen?
Ja, da dieser oft kostenlos ist und Mängel vor der offiziellen HU identifiziert. So vermeiden Fahrzeughalter die Kosten für eine spätere Nachprüfung.
Was passiert, wenn man den TÜV-Termin verpasst?
Das Fahrzeug darf nicht mehr am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Zudem drohen bei Kontrollen Verwarnungsgelder. Eine nachträgliche Untersuchung ist zwar möglich, erfordert aber zusätzlichen organisatorischen Aufwand.



