Wer ein eigenes Geschäft plant, steht irgendwann vor einer einfachen, aber entscheidenden Frage: Ab wann lohnt sich mein Produkt eigentlich? Der Break-Even-Point verrät genau diesen Punkt – und mit der richtigen Formel lässt er sich in wenigen Minuten berechnen. Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Gründer und Unternehmer die Gewinnschwelle ermitteln, und liefert sofort einsetzbare Excel-Vorlagen dazu.

Definition: Erlös = Kosten · Formel BEP: Fixkosten / (VK – KV) · Beispiel Marge: 30% von 100 = 30 · Mindestverkauf: Ab BEP Gewinn · Excel Nutzung: Vorlagen verfügbar

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Ideale Gewinnmarge variiert branchenabhängig
  • Individuelle Preissetzung beeinflusst Ergebnis erheblich
3Zeitleisten-Signal
  • Excel-Vorlagen für Gründer heute verfügbar (Jimdo)
  • Online-Rechner für sofortige Berechnung nutzbar (Jimdo)
4Wie es weitergeht

Die folgende Tabelle fasst die zentralen Begriffe und Formeln zusammen, die du für die Berechnung des Break-Even-Points benötigst.

Kennzahl Wert
Break-Even-Point Erlös = Kosten
Formel Einheiten Fixkosten / DB
Formel Umsatz Fixkosten / Margenquote
Synonym Gewinnschwelle

Wie rechne ich die Gewinnschwelle aus?

Die Gewinnschwelle markiert den Punkt, an dem Erlöse und Kosten einer Unternehmung genau übereinstimmen. Unterhalb dieses Wendepunkts erzielt das Unternehmen Verlust, oberhalb beginnt die Gewinnzone.

Formel für Gewinnschwelle

Die Grundformel lautet: Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag pro Einheit. Der Deckungsbeitrag selbst ergibt sich aus dem Verkaufspreis abzüglich der variablen Kosten pro Stück. Diese Berechnung zeigt, wie viele Einheiten verkauft werden müssen, damit das Unternehmen kostendeckend arbeitet.

Schritt-für-Schritt Anleitung

  • Ermittle deine monatlichen Fixkosten (Miete, Gehälter, Versicherungen)
  • Berechne die variablen Kosten pro Einheit (Material, Provisionen)
  • Subtrahiere variable Kosten vom Verkaufspreis → Deckungsbeitrag
  • Dividiere Fixkosten durch Deckungsbeitrag → Break-Even-Menge

Der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Rechnung liegt in der Genauigkeit deiner Fixkostenschätzung – jede Abweichung verschiebt das Ergebnis direkt nach oben oder unten.

Der Dreh- und Angelpunkt

Fixkosten sind der Zähler in der BEP-Formel – sie bleiben konstant, egal ob du 10 oder 1.000 Stück verkaufst. Sinken diese, verschiebt sich der Break-Even-Punkt nach links und du erreichst früher die Gewinnzone.

Wie berechnet man den Break-Even-Point?

Der Break-Even-Point lässt sich sowohl in Verkaufs Mengen als auch in Umsatzwährung ausdrücken. Beide Varianten führen zum selben Ergebnis und ergänzen sich in der strategischen Planung.

Fixkosten und variable Kosten

Fixkosten fallen unabhängig vom Umsatz an – dazu gehören Miete, Gehälter, Versicherungen und Abschreibungen. Variable Kosten steigen proportional zur Produktionsmenge, etwa durch Rohstoffe, Energie und Fertigungslöhne. Für-Gründer empfiehlt, alle fixen und variablen Kosten sauber zu addieren, bevor die Berechnung beginnt.

Deckungsbeitrag berechnen

Der Deckungsbeitrag pro Stück zeigt, wie viel jede verkaufte Einheit zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Die Formel lautet: Verkaufspreis minus variable Stückkosten. Eine hohe Deckungsbeitragsquote bedeutet, dass weniger Verkäufe nötig sind, um den Break-Even zu erreichen.

„Der Break Even-Punkt ist die Menge, bei der Ihre Erlöse genau Ihre Kosten decken.”

Für-Gründer (Gründer-Portal)

Gewinn/Verlust ergibt sich aus Umsatz minus Gesamtkosten. Sobald der Umsatz die Gesamtkosten übersteigt, arbeitet das Unternehmen profitabel.

Sind Gewinnschwelle und Break-Even-Point das Gleiche?

Ja, beide Begriffe bezeichnen in der Betriebswirtschaftslehre denselben Sachverhalt und werden synonym verwendet. Sie markieren den kritischen Punkt, an dem ein Unternehmen von der Verlust- in die Gewinnzone übertritt.

Definitionen vergleichen

Die Gewinnschwelle betont den wirtschaftlichen Aspekt – den Moment, ab dem Gewinn entsteht. Der Break-Even-Point beschreibt denselben Sachverhalt aus mathematischer Sicht, nämlich den Schnittpunkt von Erlös- und Kostenkurve.

Synonyme in der BWL

In der Literatur findest du weitere Synonyme wie „Deckungspunkt”, „Kostendeckungspunkt” oder „Break-even-Punkt”. Gemeint ist immer der Punkt, an dem Erlös und Kosten gleich hoch sind.

Break-Even-Point Beispiel mit Lösung

Ein konkretes Rechenbeispiel macht die Formel greifbar. Startup Heute (Business-Blog) liefert ein anschauliches T-Shirt-Beispiel mit realen Zahlen, das du direkt nachvollziehen kannst.

Numerisches Beispiel

Ausgangssituation: Ein T-Shirt-Onlineshop verkauft Shirts für 29,90 € pro Stück. Die variablen Kosten betragen 12 € pro Stück, die monatlichen Fixkosten liegen bei 1.500 €. Berechnung des Deckungsbeitrags: 29,90 € minus 12 € = 17,90 € pro Shirt. Break-Even-Menge: 1.500 € ÷ 17,90 € = 84 Stück.

Kurz gesagt: Ab dem 85. verkauften T-Shirt erwirtschaftet der Shop Gewinn. Der Break-Even-Umsatz beträgt dabei rund 2.500 € (84 × 29,90 €), was einer Deckungsbeitragsquote von etwa 60 % entspricht.

Grafische Darstellung

Die grafische Darstellung zeigt den Break-Even als Schnittpunkt zweier Geraden: die Umsatzlinie steigt mit der Verkaufsmenge, die Gesamtkostenlinie bleibt am Anfang steiler und flacht ab. Akademie.de beschreibt dies als klassische Kreuzung von Umsatz- und Gesamtkostenkurve, bei der die Verlustzone unterhalb und die Gewinnzone oberhalb des Schnittpunkts liegen.

„Ab dem 85. T-Shirt machst du Gewinn.”

Startup Heute (Business-Blog)

Break-Even-Point in Excel berechnen

Excel bietet eine praktische Möglichkeit, den Break-Even-Point flexibel zu berechnen und sofort mit Szenarien zu experimentieren. Eine fertige Vorlage beschleunigt den Einstieg erheblich.

Excel Formel

In Excel gibst du folgende Formel ein: =Fixkosten/(Preis-Variable_Kosten). Bei einer Änderung der Eingabewerte aktualisiert sich das Ergebnis automatisch. Die Jimdo-Vorlage (Excel-Download) enthält vorgefertigte Felder für Fixkosten und variable Kosten, sodass du nur noch deine eigenen Werte eintragen musst.

Excel-Vorlage für Break-Even-Analyse mit Diagramm

Business-Wissen (Business-Wissen-Portal) bietet eine Excel-Vorlage mit integriertem Diagramm, die Fixkosten, variable Kosten, Verkaufspreis und Menge abbildet. Das Diagramm visualisiert den Verlauf von Umsatz und Kosten in Abhängigkeit von der Absatzmenge. Für-Gründer (Gründer-Portal) ergänzt dies um einen Rechner, der auch die Berücksichtigung der Umsatzsteuer ermöglicht – wichtig für Deutschland mit den Sätzen 19 % oder 7 %.

  • Fixkosten in Zelle B2 eintragen
  • Variable Kosten pro Stück in B3
  • Verkaufspreis pro Stück in B4
  • Formel in B5: =B2/(B4-B3)
  • Diagramm basierend auf Umsatz und Kosten über Menge erstellen

Was dies für deine Planung bedeutet: Sobald du die Zellen mit deinen echten Zahlen fütterst, zeigt dir das Diagramm sofort, wie sich Preisanpassungen, Kostenveränderungen oder neue Fixkostenszenarien auf deine Gewinnschwelle auswirken – bevor du eine unternehmerische Entscheidung triffst.

Grafik-Interpretation: Warum sie sich lohnt

Die visuelle Darstellung macht abstrakte Zahlen greifbar: Du siehst sofort, wie sich eine Preiserhöhung, gesunkene Fixkosten oder steigende Materialpreise auf deinen Break-Even auswirken.

Vorteile

  • Klarer Mindestabsatz für Profitabilität
  • Szenario-Analyse in Excel möglich
  • Preisentscheidungen datenbasiert treffen
  • Umsatzsteuer-Berücksichtigung in DE-Rechnern

Nachteile

  • Fixkosten-Schätzung kann ungenau sein
  • Variable Kostenannahmen ändern sich oft
  • Marktnaher Preis als Voraussetzung
  • Einprodukt-Betrachtung für Mehrprodukt-Unternehmen limitiert

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Bei der Break-Even-Point-Berechnung hilft die Margin of Safety Formel ergänzend, den Abstand zur Gewinnschwelle sicher zu bewerten und Risiken zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich den Gewinn pro Stück?

Der Gewinn pro Stück ergibt sich aus dem Verkaufspreis abzüglich aller Kosten (Fixkosten-Anteil plus variable Kosten). Mathematisch: Gewinn pro Stück = Preis − (Fixkosten ÷ Menge) − variable Kosten. Erst ab Überschreitung des Break-Even wird dieser Wert positiv.

Wie viel Prozent vom Umsatz sollte Gewinn sein?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht – die Gewinnmarge variiert stark nach Branche. Einzelhandel strebt oft 2–5 % an, Software-Unternehmen können 20–30 % erreichen. Wichtiger als ein starres Ziel ist, dass dein Break-Even-Point realistisch erreichbar bleibt.

Was entspricht einer 30%igen Marge von 100?

Eine Marge von 30 % bedeutet: Bei einem Preis von 100 € bleiben 30 € nach Abzug der Kosten. Im Break-Even-Kontext entspricht dies einer Deckungsbeitragsquote von 30 % – der Break-Even-Umsatz läge dann bei Fixkosten ÷ 0,30.

Wie lautet die Formel zur Berechnung des Gewinns?

Gewinn = Umsatz − Gesamtkosten. Die Gesamtkosten setzen sich aus Fixkosten und variablen Kosten zusammen. Im Stückkontext: Gewinn = (Preis × Menge) − (Fixkosten + variable Kosten × Menge). Ist diese Differenz negativ, liegt Verlust vor.

Wie berechnet man den Break-Even-Point online?

Für-Gründer stellt einen Online-Rechner bereit, der Menge pro Monat oder Tag, Umsatz und Deckungsbeitrag berechnet. Du gibst Fixkosten, Verkaufspreis und variable Kosten ein – das Tool liefert sofort den Break-Even-Point in Stück und Euro.

Wie erstellt man eine Break-Even-Point Grafik?

In Excel erstellst du ein XY-Streudiagramm mit der Absatzmenge auf der X-Achse. Trage zwei Datenreihen ein: Gesamtkosten (fixer Betrag plus variable Kosten pro Einheit) und Umsatz (Preis × Menge). Der Schnittpunkt beider Linien markiert den Break-Even.

Wie berechnet man die Gewinnschwelle?

Die Gewinnschwelle berechnest du mit der Formel: Fixkosten ÷ (Verkaufspreis − variable Kosten pro Stück). Das Ergebnis ist die Anzahl der Einheiten, die du verkaufen musst, um weder Gewinn noch Verlust zu machen. Alles darüber hinaus generiert Gewinn.

Für Gründer in Deutschland, die ihre erste Geschäftsidee auf Wirtschaftlichkeit prüfen, ist die Berechnung des Break-Even-Points ein unverzichtbares Instrument: Trage deine eigenen Zahlen in eine Excel-Vorlage ein, teste verschiedene Preisszenarien – und entscheide auf Basis konkreter Daten, ob dein Produkt marktfähig ist.